Badsanierung – mit staatlicher Förderung zum Wohlfühlbad

Um aus einem alten Bad eine neue, barrierefreie Wohlfühloase zu machen, bedarf es oft einer umfassenden Badsanierung. Hier erfahren Sie, was bei der Planung des Umbaus zu beachten ist, welche Kosten anfallen, welche Fördermöglichkeiten der Staat bietet und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Badplanung – gute Vorbereitung erspart Zeit und Ärger

Eine Badsanierung ist ein komplexes Vorhaben, bei dem Sie mit einer detaillierten Vorbereitung einiges an Zeit und Geld sparen können. Eine nachlässige Planung kann dazu führen, dass Sie wichtige Punkte vergessen, den Arbeitsaufwand und die Kosten falsch einschätzen oder sogar die Bausubstanz des Hauses beschädigen. Hinzu kommt, dass bei einer aufwendigen Neugestaltung von Bädern mehrere Gewerke zusammenkommen, die koordiniert werden müssen.

Die Planung einer Badsanierung beginnt bei den räumlichen Voraussetzungen. Ist das Bad bislang fensterlos und/oder liegt in unmittelbarer Nähe zur Küche oder zum Esszimmer? Dann ist ein Komplettumbau die ideale Gelegenheit, auch über einen neuen Standort nachzudenken. Ist die Familie größer geworden und morgens drängeln sich alle um den einzigen Waschplatz? In diesem Fall kann ein Doppelwaschtisch Abhilfe schaffen. Auch die Barrierefreiheit des Bades sollte bei der Planung einer Badsanierung eine Rolle spielen.

In alten Bädern ist häufig nicht nur das Interieur hoffnungslos veraltet. Oft sind auch die Elektro- und Wasserleitungen so marode, dass Kurzschlüsse und Wasserdurchbrüche drohen. Vor allen anderen Arbeiten ist es daher wichtig, dass ein Fachmann diese Elemente überprüft und deren Austausch gegebenenfalls schon in die Planung der Sanierungsarbeiten einbezogen wird. Auch gilt es, bei der Badsanierung Vorschriften wie die Wärmedämmung von Trinkwasserleitungen zu beachten.

Häufig steckt in alten Bädern mehr Potenzial, als Sie auf den ersten Blick sehen. Große Räume lassen sich schon durch eine geschickte Anordnung der einzelnen Komponenten wohnlicher gestalten. Langen Räumen verleihen Sie durch verschiedene Zonen Charakter. In kleinen Räumen erhalten Sie durch eine intelligente Planung mehr Stauraum. Prüfen Sie vor dem Umbau außerdem die Breite der Badtür und gegebenenfalls die Möglichkeit, sie zu verbreitern. Für ein barrierefreies neues Badezimmer sollte die Türbereite etwa 90 Zentimeter betragen.

Kosten – diese Faktoren müssen Sie einrechnen

Die Kosten für eine Badsanierung hängen insbesondere davon ab, wie umfangreich die Maßnahmen sind und welche Materialien dabei zum Einsatz kommen. Geht es ausschließlich um den Austausch von Fliesen und Sanitärmöbeln, ist der Aufwand deutlich geringer als bei einem Komplettumbau einschließlich einer Erneuerung der Wasserleitungen und der Elektroinstallation. Auch die Qualität der neuen Sanitäreinrichtung wirkt sich auf die Höhe der Kosten aus. Planen Sie gegebenenfalls auch Kosten ein für:

  • das Verlegen neuer Stromleitungen, 
  • die Verlegung bzw. Modernisierung von Wasseranschlüssen und Abwasserleitungen, Montage der Sanitärmöbel sowie ggf. Einbau von Vorwandinstallationen,
  • den Abbruch alter Fliesen, Vorbereitung des Untergrundes und Verlegen neuer Fliesen,
  • das Streichen oder tapezieren von nicht gefliesten Wänden und der Decke.

Für eine erste grobe Planung der Kosten können Sie mit einem Handwerker-Stundensatz von 50 Euro rechnen. Die Stundenzahl hängt von der Größe des Bades ab. Spezielle Fliesentechniken, komplizierte Installationsführungen und ein erhöhter Arbeitsaufwand für ein barrierefreies neues Badezimmer fallen zusätzlich ins Gewicht.

Mögliche Förderung vom Staat – das zahlen Pflegekassen und KfW

Die altersgerechte Badsanierung dient als Maßnahme zum Barriereabbau und wird deshalb von vielen Institutionen durch Zuschüsse und zinsgünstige Finanzierungsmöglichkeiten gefördert. Für die meisten Fördermittel gilt, dass der Antrag vor Durchführung der Umbaumaßnahmen zu stellen ist.

Zuschuss von der Pflegekasse

Hat einer der Bewohner einen Pflegegrad, bezuschusst die Pflegekasse ein barrierefreies neues Badezimmer mit bis zu 4.000 Euro. Dieser Zuschuss wird für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gewährt, zu denen auch die altersgerechte Badsanierung zählt.

Voraussetzung für den Zuschuss ist, dass die Badsanierung die häusliche Pflege erleichtert oder überhaupt erst ermöglicht. Bei dieser Förderung ist eine Beantragung auch nachträglich möglich.

Zuschuss von der KfW-Bank

Die KfW fördert die Badsanierung zum Abbau von Barrieren im Badezimmer über den"Investitionszuschuss 455-B: Barrierereduzierung". Ein Pflegegrad muss hierfür nicht vorliegen, da der Zuschuss unabhängig von Pflegebedürftigkeit, Alter und Wohnort gewährt wird.

Der KfW-Zuschuss für ein barrierefreies neues Badezimmer ist sehr gefragt. Da die Fördermittel begrenzt sind, ist gegen Jahresende häufig keine Antragstellung mehr möglich. Wer hier zum Zuge kommen möchte, sollte schon in den ersten Monaten des Jahres mit der Planung für den altersgerechten Badumbau beginnen, um den Zuschuss frühzeitig beantragen zu können.

Kredit von der KfW-Bank

Neben dem Investitionszuschuss bietet die KfW-Bank den zinsgünstigen Kredit "Altersgerecht umbauen - 159" an, der sich auch für den Abbau von Barrieren im Bad eignet. Der Kredit wird bis zu einer Höhe von 50.000 Euro schon ab 0,78 % effektivem Jahreszins bewilligt. Die Antragstellung erfolgt nicht direkt bei der KfW-Bank. Als Geschäftspartner kommen stattdessen die Hausbank, aber auch jede andere Geschäftsbank oder Sparkasse infrage.

Regionale Förderungen und Zuschüsse

Viele Bundesländer fördern ein barrierefreies neues Badezimmer durch regionale Förderprogramme, Zuschüsse und/oder Darlehen. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Gute Ansprechpartner sind Gemeinde- und Stadtverwaltungen sowie lokale Wohnbauämter. Ob sich regionale Zuschüsse mit anderen Förderprogrammen kombinieren lassen, variiert.

Kosten steuerlich geltend machen

Die Kosten für ein barrierefreies neues Badezimmer lassen sich auch als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung geltend machen. Wie viel im Einzelfall absetzbar ist, richtet sich nach dem Einkommen, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder. Liegt eine anerkannte Schwerbehinderung vor, ist für Pflegebedürftige außerdem ein Steuerfreibetrag vorgesehen.

Ablauf der Badsanierung - diese Arbeiten fallen an

Nach Abschluss der Planung und Beantragung der Fördermittel und Zuschüsse geht es an die eigentliche Badsanierung. Diese beginnt mit der Herstellung des Rohbauzustandes. Alles muss raus, angefangen von den alten Sanitärgegenständen über die Rohrleitungen bis hin zu den Fliesen. Bauherren, die Kosten sparen möchten, können hierbei selbst Hand anlegen. Hinzu kommen Arbeiten wie das Aufstemmen des Bodens für eine bodengleiche Dusche oder das in die Wand Fräsen von Schlitzen und Aussparungen.

Im nächsten Arbeitsschritt werden Rohre für Wasser, Heizung und Lüftung verlegt. Umfasst die Planung eine Vorwandinstallation, bringt der Handwerker entsprechende Montageelemente an. Zudem werden Duschabläufe montiert und abgedichtet und gegebenenfalls Wannenfüße oder Wannenträger auf die Rohdecke aufgesetzt. Anschließend darf der Elektriker ins Bad, der Leitungen für die Badbeleuchtung verlegt und Steckdosen und Schalter einbaut.

In weiteren Schritten folgen Arbeiten wie der Trocken- bzw. Nassbau, das Verlegen einer Fußbodenheizung, der Einbau von Estrich oder die Montage der Dusch- oder Badewanne. Anschließend kommen die Fliesen an die Wand und der Fußboden wird fertiggestellt. Die Decke und nicht geflieste Wände erhalten einen Farbanstrich. Nach Ende aller Baumaßnahmen erfolgt die Endmontage von Sanitärprodukten wie Waschbecken und Toilette sowie deren Armaturen.
 

Mögliche Fehler bei der Planung einer Badsanierung

Bei einer Badsanierung lauern einige Stolperfallen, die schwerwiegende Folgen für die Zeitplanung, den Geldbeutel und die Nerven nach sich ziehen können. Vor allem auf folgende Dinge sollten Sie bei der Planung achten:

  • Unterschätzen Sie nicht den Aufwand der Badsanierung und planen Sie auch Unwägbarkeiten mit ein
  • Behalten Sie die Nutzungssituation im Blick. Ein Bad für eine Großfamilie muss anderen Anforderungen genügen als eines für einen Single- oder Zweipersonen-Haushalt
  • Geben Sie der Funktionalität einen höheren Stellenwert als einer stylishen Optik
  • Planen Sie das Bad so, dass es für alle Bewohner uneingeschränkt nutzbar und zukunftsfähig ist
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